Am Mittwoch dem 12.11.2025 gegen 18:30 Uhr wurden die Kameraden der Feuerwehr Oderwitz zu einem „H2“ (Hilfeleistungsgröße 2 welche die mittlere Stufe eines technischen Hilfeleistungseinsatz beschreibt) gerufen.

Innerhalb kürzester Zeit fanden sich die Kameraden im Feuerwehrdepot ein und eilten mit ihren Fahrzeugen zum Einsatz. Der Einsatzleiter traf mit dem Kommandowagen (KdoW) als erster an der Unfallstelle ein und führte umgehend eine Lageerkundung durch. Dabei konnte er einen verunfallten PKW, der nach dem Sturz von einer Böschung auf dem Dach lag und noch zwei eingeklemmte Insassen beinhaltete feststellen.
Das DRK war mit zwei „RTW“ (Rettungstransportwagen) zur medizinischen Versorgung ebenfalls, gleichzeitig mit dem Einsatzleiter der Feuerwehr an der Einsatzstelle eingetroffen und begann mit der Erstversorgung der Patienten. Auch ein Rettungshubschrauber der DRF war auf dem Anflug aus Bautzen um den schnellen Transport und die Versorgung von schwer verletzten Personen in ein Krankenhaus sicherzustellen.
Kurz darauf folgte das „HLF10“ (Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug) welches besonders für „TH-Einsätze“ (TH= technische Hilfeleistung) ausgerüstet ist. Der Einsatzleiter wies den Gruppenführer des HLF10 den Einsatzauftrag zur Rettung der Personen im PKW zu.

Inzwischen traf auch das „TLF4000“ (Tanklöschfahrzeug 4000) welches ebenfalls mit zusätzlicher technischen Ausrüstung beladen ist ein. Auch der Staffelführer des TLF4000 bekam den Einsatzauftrag die Mannschaft des HLF10 bei der Rettung zu unterstützen.
Der Einsatzleiter ordnete eine Rettung durch den Kofferraum des PKW an um die Patienten möglichst schonend (Patientengerecht) aus dem Fahrzeug zu befreien. Dazu sicherten die Kameraden das Fahrzeug mittels Unterbaumaterial vor der weiteren Bewegung des PKW und schnitten bzw. spreizten die Kofferraumklappe des PKW mithilfe des Hydraulikaggregates (Schere und Spreizer) ab. Zur weiteren Sicherung und zur Entlastung des unter dem Fahrzeug eingeklemmten Armes eines Patienten wurde der „Mehrzweckzug“ (System welches ein Stahlseil zum Ziehen, Heben oder Spannen verwendet) gespannt.
In dieser Zeit traf auch das „LF10“ (Löschgruppenfahrzeug) ein und bekam den Einsatzauftrag des Ausleuchtens eines Landeplatzes für den Rettungshubschrauber. Danach halfen die Kameraden des LF10 der restlichen Mannschaft bei der Bereitstellung der Geräte für die Rettung der Patienten.
Kurz darauf wurde der erste Patient mithilfe einer „Rettungsboa“ (Schlangenartiges Rettungsgerät zum Ziehen von Personen z.B. auf eine Trage) und einem „Spineboard“ (auch Rettungsbrett genannte Trage). Nach dem Befreien wurde die Person dem Rettungsdienst übergeben. Danach befreiten die Kameraden die zweite Person auf dieselbe Weise und übergaben sie ebenfalls dem Rettungsdienst.

Nachdem die Personen aus dem Unfallfahrzeug befreit waren wurde die Übung beendet. Die Auswertung beurteilte den Ablauf der Einsatzübung mit „sehr gut“. Die Kameraden haben schnell gearbeitet und die Rettung sehr gut und patientenfreundlich realisiert.
Insgesamt war die Feuerwehr Oderwitz mit 5 Fahrzeugen vor Ort.
Nach dem Zurückbauen der Geräte und der Wiederherstellung der Einsatzfähigkeit ließen die Kameraden der Feuerwehr Oderwitz und des DRK den Abend im Feuerwehrdepot ausklingen.
Der Sinn von Einsatzübungen ist das Überprüfen der Einsatzfähigkeit der jeweiligen Feuerwehr. Einsatzübungen finden immer unangekündigt statt und werden dadurch wie reale Einsätze behandelt. In einem Jahr sind jeweils zwei Einsatzübungen vorgeschrieben um der Mannschaft eine möglichst einsatznahe Situation zu geben, auch um den Realeinsatz zu Üben.
Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für den reibungslosen Ablauf und die Organisation der Einsatzübung.

