Im Rahmen des regulären Ausbildungsdienstes führte die aktive Einsatzabteilung der Feuerwehr Oderwitz am Freitag eine realitätsnahe Einsatzübung an der Oberschule Oderwitz durch. Grundlage der Übung bildeten die Einsatzgrundsätze der Feuerwehr-Dienstvorschrift 3 (FwDV 3) „Einheiten im Lösch- und Hilfeleistungseinsatz“. Als Übungsszenario wurde ein Zimmerbrand mit einer vermissten Person angenommen.
Nach dem Eintreffen des Kommandowagens (KdoW) verschaffte sich der Einsatzleiter im Rahmen der ersten Erkundung einen Überblick über die Lage. Anschließend erfolgte die Lageeinweisung der nachrückenden Einheiten sowie die Verteilung der Einsatzaufträge an die Besatzungen des Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs (HLF 10) und des Tanklöschfahrzeugs (TLF 4000). Ziel war es, einen geordneten und standardisierten Einsatzablauf nach den Vorgaben der FwDV 3 umzusetzen.
Die Besatzung des HLF 10 erhielt den Auftrag zur Menschenrettung und Brandbekämpfung. Nach dem Aufbau des Löschangriffs ging der Angriffstrupp unter Atemschutz zur Personensuche und Brandbekämpfung in das Gebäude vor. Parallel dazu wurden die notwendigen Maßnahmen zur Entrauchung vorbereitet, um nach erfolgreicher Brandbekämpfung eine taktische Überdruckbelüftung durchführen zu können. Diese dient dazu, Brandrauch gezielt aus dem Gebäude zu entfernen und die Bedingungen für Einsatzkräfte sowie betroffene Personen deutlich zu verbessern.
Die Besatzung des TLF 4000 hatte die Aufgabe, die Löschwasserversorgung sicherzustellen und den Außenangriff zu unterstützen. Hierzu wurde ein Löschdreieck aufgebaut, welches eine leistungsfähige und betriebssichere Wasserversorgung für die eingesetzten Strahlrohre gewährleistet. Dabei wurden beide Löschfahrzeuge über einen Verteiler miteinander verbunden. Das HLF 10 speiste den Verteiler, während das TLF 4000 diesen zusätzlich versorgte und gleichzeitig die Wasserversorgung des HLF sicherstellte. Durch diese taktische Anordnung können Druckschwankungen ausgeglichen und eine kontinuierliche Wasserversorgung für den Innenangriff gewährleistet werden.
Ergänzend wurde durch die Besatzung des TLF 4000 eine unabhängige Löschwasserversorgung aus dem Hydrantennetz aufgebaut. Hierbei kam erstmals die neue Schlauchhaspel des HLF 10 im Ausbildungsdienst zum Einsatz. Das System ermöglichte einen schnellen und effizienten Aufbau der Wasserversorgung und konnte unter praxisnahen Bedingungen erprobt werden.
Im weiteren Verlauf der Übung konnte die vermisste Person durch den Angriffstrupp aufgefunden und gerettet werden. Der angenommene Zimmerbrand wurde erfolgreich bekämpft und das Gebäude im Anschluss mittels Überdruckbelüftung entraucht. Nach Abschluss der Einsatzmaßnahmen erfolgte der geordnete Rückbau der Einsatzstelle sowie eine gemeinsame Auswertung. Hierbei wurden die Führungsabläufe, die Kommunikation zwischen den Fahrzeugbesatzungen sowie die Umsetzung der taktischen Maßnahmen nach den Grundsätzen der FwDV 3 analysiert und besprochen.
Regelmäßige Einsatzübungen an realen Objekten sind ein wesentlicher Bestandteil der Aus- und Fortbildung der Feuerwehr Oderwitz. Sie dienen dazu, die Zusammenarbeit der einzelnen Fahrzeugbesatzungen zu festigen, standardisierte Einsatzabläufe zu trainieren und die Sicherheit sowie Effizienz im Einsatzfall kontinuierlich zu verbessern.
Ein besonderer Dank gilt der Oberschule Oderwitz für die Bereitstellung des Übungsobjektes und die Möglichkeit, diese praxisnahe Ausbildung unter realistischen Bedingungen durchführen zu können.

